31. Januar 2012

Goodbye Januar ~ Goodbye January

January says Goodbye here in Berlin with a tender snow cover, bright sunshine and clanking cold. I was longing for snow for so long and my first breath in the wintry white landscape was so enchanting, refreshing and tonic, that I hope there will be much more snow, so that I can really dive into winter silence and the warmth of my nest. My January was all about being at home, coziness and recovering. Although I felt quite exhausted and tired, I started my work right after the change of the years, which was a true challenge, because sometimes I really worked against what my body and soul were longing for, which of course made me even more tired and unsatisfied. My main theme in January was structure in all its forms of appearance, both energetic and physical. Working with this theme (making lists, arranging and rearranging things, clearing my pinboard, going to IKEA, transcribing birthdays into my new calendar, creating a customer list, cleaning my studio, making an index for my fabrics and so on) helped me to avoid my real work, which really made me laugh sometimes. But one fine day I found my old working rhythm back and now I feel much better and balanced. I expected to dream big and wild and make plans and visions for this year in January, but I didn’t have the energy and muse. It just wasn’t the time. Maybe in February?

Der Januar verabschiedet sich in Berlin mit einer hauchdünnen Schneedecke, strahlendem Sonnenschein und klirrender Kälte. Schnee habe ich mir von Herzen gewünscht und mein erster Atemzug in der winterweißen Landschaft war so verzaubernd, erfrischend und belebend, dass ich hoffe, dass noch viel mehr Schnee fällt und ich doch noch so richtig eintauchen kann in Winterstille und Nestwärme.

Die Wärme und Gemütlichkeit meiner Wohnung habe ich in diesem Monat sehr genossen und ausgekostet. So richtig nach draußen oder in andere Nester gezogen hat es mich nicht. Meine Seerunde bin ich viel seltener als sonst gelaufen. Und ich war nur zwei Mal mit Freundinnen verabredet. Nach wie vor bin ich an den Wochenenden offline und arbeite nicht, so dass ich es allmählich lerne und immer mehr zu schätzen weiß, den Vormittag im Schlafanzug zu verbringen, auszuschlafen, Mittagsschlaf zu machen und früh ins Bett zu gehen, stundenlang auf dem Sofa zu liegen, zu lesen und sogar wieder einfach so aus Spaß zu stricken, ausgiebig zu kochen und Fünfe grade sein zu lassen.

Ich habe in diesem Monat, vor allem in der ersten Hälfte, ganz deutlich gespürt, dass ich Ruhe und Zeit brauche, um neue Energie zu tanken. Da die Schule meiner Tochter direkt nach Neujahr wieder losging, habe auch ich mir keinen Tag länger Urlaub gegönnt und bin direkt nach den Feiertagen wieder in den Mariengold Werkstattalltag gestartet. Das hat mich viel Kraft gekostet, denn ich habe an vielen Tagen gegen mein Bedürfnis nach Erholung gearbeitet, was mich natürlich zunehmend müde und unzufrieden gemacht hat. Irgendwann war ich aber wieder gut in meinem Rhythmus, die Arbeit ging mir fließender von der Hand und ich wurde ausgeglichener. Dazu haben die Wochenenden sehr beigetragen, ohne viele Termine, dafür einmal mit Hund. Das war eine ganz tolle Zeit! Ein Tier bringt so viel Spaß, Bewegung und Liebe in den Familienalltag. Was haben wir gelacht und wie sehnen wir uns jetzt nach Totò, der hoffentlich bald wieder einmal ein paar Tage bei uns sein wird.

Mein wichtigstes Thema im Januar war Struktur. Die ersten beiden Wochen des Monats habe ich mit Sortieren, Räumen, Säubern, Sichten, Ordnen, Beschriften, Umräumen, Sammeln, Planen und Ausmisten verbracht. Ich habe meine Stoffe sortiert und sauber im Regal geordnet. Ich habe Listen für alles mögliche angelegt. Ich habe meine Pinnwand einmal komplett geräumt. Ich habe Geburtstage in meinen Kalender übertragen. Ich habe endlich eine ordentliche Kunden-/Warteliste erstellt. Ich war bei IKEA. Ich habe mir eine Art Stoffkartei angelegt. Ja, zuweilen hat das ganze bizarre Züge angenommen. Dann musste ich auch über mich selbst lachen, denn oft habe ich gemerkt, dass mein Strukturwahn mein Verbündeter im Vermeiden der eigentlichen Puppemacherei ist. Aber gut, das war einfach nötig und ich habe es mit mit Humor genommen. Irgendwann war das auch vorbei und jetzt bin ich wieder ganz bei der Sache, wenn ich arbeite.

Was ich nicht oder viel weniger gemacht habe als gedacht, war großes Träumen, Ausspinnen, Visionieren und Planen. Es gibt zwar einige Themen, denen ich mich gern in den letzten Wochen gewidmet hätte, jedoch habe ich dafür keine Energie aufbringen können. Lediglich das kreative Briefing für meine neue Internetseite habe ich geschrieben. Joy, von der auch mein aktuelles Webdesign stammt, hat mir ihre Zusage für eine erneute Zusammenarbeit gegeben und ich freue mich, dass wir unsere Zusammenarbeit noch in diesem Monat begonnen haben. Alle anderen kleinen und großen Zukunftsprojekte und Pläne habe ich erst einmal gut sein lassen. Alles hat seine Zeit.

Was mir im Januar Spaß gemacht hat: Smoothies in allen Farben, am liebsten mit Beeren, Klezmer, Luisa Francias “Schatzhüterin”, noch mehr Astrid Lindgren, The Voice of Germany, Sesamsauce, die Akkorde a-Moll und G-Dur in allen möglichen Kombinationen und dazu Singen, “Schloss aus Glas” von Jeannette Walls, Kaugummi, Strickgarn mit tollen Farbverläufen, Clowns und Ringelstulpen.

Was im Februar kommt: Anna Ternheim im Babylon Berlin-Mitte, Kaffee und Kuchen mit Juliane, Hyazinthen, “Ein ungezähmtes Leben” von Jeannette Walls, der Beginn der Stoffmarktsaison und endlich nach fünf Jahren oder so Ramona treffen.

Ich freue mich drauf und wünsche euch einen guten Januarausklang.


27. Januar 2012

Freitagspuppe Dottie ~ Friday Doll Dottie

Dottie is my new friday doll for you. She will be available with a second outfit in my Etsy shop today at 6 pm central european time.

Meine neue Freitagspuppe habe ich Dottie genannt, weil sie so ein schönes gepunktetes Kleid trägt, dessen Stoff ich schon immer an den Puppen meiner Freundin Julia niedlich fand. Bei meinem letzten Ausflug nach Friedrichshain habe ich nicht nur Vasalisa aufgenommen, sondern bin endlich auch einmal in den Stoffladen Frieda Hain gegangen, wo ich unter anderem diesen Pünktchenstoff gekauft habe. Für meine Puppen und eigentlich auch sonst habe ich es eigentlich nicht so mit Punkten, aber für das Kleid Lucia ist der Stoff ganz wunderbar und hat mich zu einem fröhlichen Outfit für ein rotnäsiges Puppenmädchen inspiriert.

Dotties Schleifenhaarband habe ich nach einer Idee von Eni von Mein Morgenstern angefertigt. Ich habe einen solchen HaarBändiger von Eni für meine Tochter gekauft, den ich ihr im Namen der Zahnfee schenken möchte, wenn es das nächste Mal soweit ist (vielleicht schon bzw. endlich heute Nacht?). Das Haarband finde ich so toll, dass ich es kurzerhand in einer kleinen Puppenversion angefertigt habe. Eni hat mir dafür ihr OK gegeben, so dass vielleicht bald mehr Mariengold Puppen so hübsche Schleifenhaarbänder tragen werden.

Dottie kommt noch mit einem zweiten Kleiderset, was natürlich das Ringelkleid Mia ist. Das war ja eine Mia Woche. Ich freue mich über all die lieben Rückmeldungen zu meinem neuen Entwurf und die vielen Verkäufe der Anleitung und Kleidersets.

Dottie ist heute um 18 Uhr in meinem Mariengold Laden bei Etsy erhätlich.

Meine nächste Freitagspuppe wird übrigens Sunny heißen.

In diesem Sinne, ich wünsche euch ein schönes, glitzerklares Wochenende mit viel Sonnenschein.


26. Januar 2012

Geschichten fürs Herz ~ Stories for the Heart

As a dollmaker I also collect little stories about Mariengold dolls. They are for example about a doll who accompanied a little boy on his healing journey, about a woman who, before she died, gave her daughter a doll for her grand-children who she would never get to know and about two dolls that I will create next week who will accompany the two little girls of a young family from Berlin that will hit the road for a big journey around the world to find the place where they want to live. I treasure all these stories because they confirm my feeling, that every doll has its child and that there is a connection between the two long before they really meet. Every doll has a reason, a mission, each and every handle and design decision in the process of making a doll has a sense and is part of the big picture, of whom I am a part as well. We all have our stories and all our stories are interweaved, just like we are all connected with each other with our hearts. I thank all the people who share their dolls stories with me and who allow me to be a part of them.

Als Puppenmacherin sammle ich auch kleine Geschichten und Anekdoten rund um die Mariengold Puppen. Drei davon erzähle ich euch heute.

Beginnen möchte ich mit der Geschichte von Hans-Gaspards Puppe, die ich schon vor einiger Zeit genäht habe, als der Kleine noch nicht einmal ein Jahr alt war. Sie war eine meiner ersten, wenn nicht sogar die erste Puppe mit runden Augen. Der Kontakt mit Hans-Gaspards Mama war von Anfang an vertraut und warm und mein Herz war ganz offen für die kleine Familie, die gerade aus Frankreich nach Deutschland gezogen war. Der Papa arbeitete viel und die Mama, eine Französin, ganz neu in Deutschland fern von ihrer Familie und ihren Freunden, war die meiste Zeit allein mit dem Kleinen. Die Puppe sollte ihn auch über die häufige arbeitsbedingte Abwesenheit des Papas hinwegtrösten. Aber sie sollte noch etwas ganz anderes für ihn tun, was  damals keiner von uns ahnen konnte. Viele Monate nachdem Hans-Gaspard seine Puppe bekomme hatte, erhielt ich wieder ein Lebenszeichen von seiner Mama. Sie erzählte mir, dass bei ihrem Sohn kurz nach unserem letzten Kontakt eine schwere Krankheit diagnostiziert wurde, die zwar nicht lebensbedrohlich ist, jedoch das Leben der Familie sehr veränderte. Die Puppe war von nun Hans-Gaspards Begleiter auf seiner Heilungsreise. Sie war stets bei ihm und erleichterte zahlreiche Bluttests, Behandlungen und Medikamenteneinnahmen. Heute geht es dem Kleinen viel besser. Einen Namen hat er für seine Puppe noch nicht, aber er liebt es mit ihr zu spielen und zu tanzen und sie zu liebkosen. Zu Weihnachten erhielt ich von Hans-Gaspards Mama eine ganz liebe Karte mit einer Illustration von ihrem Sohn mit seiner Puppe. Ich war so bewegt und habe mich unheimlich gefreut. Die Karte werde ich für immer in meiner Mariengold Schatzkiste aufbewahren.

Eine andere Geschichte, die mich noch heute zu Tränen rührt, ist die einer Paika, wie ich sie zu Beginn meiner Puppenmacherei einige Male genäht habe. Im Herbst letzten Jahres erhielt ich eine Anfrage aus Irland von einer deutschen Mama für zwei Puppen für ihre Kinder. Die Kinder hatten sich in die Puppe ihres Au Pairs, die Tochter einer guten Freundin der Mama, verliebt. Die Freundin war vor einiger Zeit gestorben und hatte ihrer Tochter eine Mariengold Puppe hinterlassen für die Enkel, die sie nie kennenlernen würde. Es stellte sich heraus, dass es sich bei der Puppe um eine Paika handelte. Ich habe damals auch ein paar Worte dazu geschrieben, welche Bedeutung Paika und der Film Whale Rider für mich hat. Und als ich im Herbst diese kleine Geschichte erfuhr mit der Bitte, zwei Puppen für die Kinder zu nähen, die sich so sehr in die kleine Paika verliebt haben, hat sich für mich ein Kreis geschlossen, und ich bin gespannt, wie die Geschichte weitergeht.

Die Geschichte der nächsten beiden Puppen beginnt gerade erst. Es wird die Geschichte einer jungen Familie aus Berlin sein, die mit ihren Töchtern auf eine große Reise geht, um den Ort zu finden, an dem sie leben möchte. Die beiden Mädchen werden bei diesem Abenteuer von zwei Mariengold Puppen begleitet werden. Wohin die Reise gehen wird? Vielleicht erfahre werde ich es irgendwann. Aber erst einmal werde ich im Februar die beiden Begleiterpuppen nähen und dabei bestimmt auch selbst ein bischen träumen von den vielen schönen Flecken unserer Erde.

Wann immer ich solche Geschichten höre, bestärken sie mich in meinem Gefühl, dass es für jede Puppe, die in meiner Werkstatt entsteht, ein Kind gibt, und dass diese Verbindung schon vor der eigentlichen Begegnung besteht. Jede Puppe hat ein Anliegen. Jeder Handgriff und jede Gestaltungsentscheidung der Puppenmacherin hat einen Sinn und ist Teil eines großen Ganzen, von dem auch ich ein Teil bin. Jede Puppe hat eine Geschichte mit seinem Kind und auch ich als Puppenmacherin und die Eltern, die die Puppen bei mir in Auftrag geben, haben eine Geschichte mit der Puppe. Und die Geschichten sind miteinander verwoben, so wie wir alle über unsere Herzen miteinander verbunden sind. Ich freue mich, wenn ich diese Geschichten erfahre, wenn mir Eltern schreiben oder ich selbst Beobachtungen machen kann. Aber auch ohne dass die Geschichten direkt erzählt werden, spüre ich sie alle in meinem Herzen, weil ich von Beginn meiner Puppenmacherei offen war für die Bedeutung meiner Arbeit auf allen Ebenen.

Ich danke allen Menschen, die ihre Puppengeschichten mit mir teilen, und dafür dass sie mir erlauben, ein Teil dieser Geschichten zu sein.


25. Januar 2012

Oona

Today I want to present you Oona, a doll that I created last week and whose clothes, especially the colours, also inspired me for the outfit of little Piet, last week’s friday doll. What I really like about my work is, that my customers challenge me to go beyond my own creative borderlines and that way allow me to grow as a dollmaker. When I first heard that Oona’s orderer wanted me to create a doll in brown, blue and green, I was sure I could never ever create a beautiful doll in these colors. But when I came across a special skein of yarn with an amazing color gradient, I was inspired immediately and couldn’t wait to play and create. I am so happy with little Oona!

Wie letzten Freitag versprochen, möchte ich euch heute Oona vorstellen. Das besondere an Oona ist für mich der Farbklang ihrer Kleidung. Oonas Auftraggeberin, die die Puppe für sich selbst bestellt hat, liebt nämlich Grün, Blau und Braun von Herzen. Meine persönlichen Farbvorlieben gehen ja in eine ganz andere Richtung, sowohl was die Puppenmacherei angeht, als auch meine eigene Kleidung, Einrichtung und so weiter. Deshalb fiel es mir anfangs schwer, mich auf diesen Wunsch einzulassen und mir etwas Schönes zu überlegen. Ein wenig hilflos schlug ich meiner Kundin vor, Blau, Rot und Creme zu kombinieren, womit sie aber nicht einverstanden war. Und als sie mir erzählte, dass sie sogar in einem grünen Kleid geheiratet hatte, wußte ich, dass ich diesen Weg mit ihr gehen würde. Und tatsächlich fiel mir schon am nächsten Tag ein Knäuel Garn in die Hände, das mich zu allem weiteren inspirierte. Von da an war alles ganz leicht und ich freute mich noch viel mehr auf den Schaffensprozess. Zwischen den Bildern in meinem Kopf, der Auswahl der Garne und Stoffe und dem eigentlichen Nähprozess liegen zur Zeit etwa zehn Tage, was dazu führt, dass Vorstellungen und Vorfreude schön reifen können und die Herstellung später fließend ist und mir leicht von der Hand geht.

In Oona bin ich ganz verliebt und wieder einmal sehr glücklich, dass ich mich von dem Schönheitssinn meiner Kundin habe herausfordern und führen lassen.