30. Dezember 2011

Zwischen-den-Jahren-Dezember ~ Between-the-Years-December

I am feeling a bit out of time since Christmas is over. These days are so special, so silent, so peaceful. It is a good time to look back and when I do so, I find out that the most important experience for me this year was to fully trust the laws of life, to let go all expectations and conceptions, to accept what is and to love myself just how I am. At the end of 2011 I feel strong, blessed, balanced and happy and I am looking forward to a wonderful new year. Wishing you a powerful and magical New Year’s Eve, my friends.

Nach Weihnachten fühle ich mich immer etwas außerhalb der Zeit. Daten und Wochentage sind vollkommen unwichtig. Der Abend wird zum Tag und dehnt sich unendlich aus und die Zeit vergeht schön langsam. Auch ohne Schnee ist es still. Die Herzen sind weit und der Ausatem lang. Es ist die beste Zeit, das Jahr mit all seinen Höhen und Tiefen einfach sein zu lassen, Bilanz zu ziehen, Frieden zu schließen, Erfolge zu feiern, Pläne zu schmieden, weiße Kalenderblätter zu füllen oder so lange wie möglich blank zu lassen, die Ruhe vor dem frischen neuen Jahr zu genießen oder was auch immer zu tun, das jetzt Spaß macht und wohltut.

In den letzten Tagen vor Weihnachten habe ich ja schon hier und da in meinen Einträgen zurückgeschaut auf das Mariengold Jahr 2011. Es war wieder ein sehr gutes Jahr. Was mich glücklich und gelassen stimmt, ist die Einsicht, dass ich das eigentlich am Ende eines jeden Jahres sagen kann. Was auch immer geschieht, es ist gut, richtig und passend und folgt ganz im Sinne von Rumis Gasthaus Lebensgesetzen, denen wir uns hingeben können oder auch nicht. Ich habe mich in den letzten Jahren mehr und mehr diesen Kräften anvertraut, was meinen Weg im Nachhinein betrachtet möglicherweise immer fließender und leichter gemacht hat. Aber wer weiß das schon? Auch das gehört zum Vertrauen, dass ich nicht alles verstehen und durchdringen, planen und kontrollieren kann, sondern das Leben nehme, wie es ist. Und dass ich auch mich selbst achte und liebe und so lasse, wie ich gerade bin, auch mit allen schmerzlichen Gedanken, Gefühlen und Erfahrungen.

Das war auch meine wichtigste Lektion in der ersten Hälfte dieses Jahres, in der ich monatelang mit starken Rückenschmerzen und tiefer Erschöpfung lebte. In dieser Zeit machte ich aber nicht nur diese körperliche Grenzerfahrung, die sich auch auf meine Seele auswirkte, sondern erlebte gleichzeitig wider Erwarten auch einen ungeahnt großen kreativen Energieschub und brachte wegweisende Projekte für Mariengold in Gang. Was für eine Erfahrung! Der wichtigste Impuls in diesem Jahr war wohl die Einstellung meiner Mitarbeiterin Karoline im Frühjahr, was mir wertvolle neue Freiräume ermöglichte, die ich für andere Projekte neben meinen Puppen wie Anleitungen und Schnitte für Puppenkleidung, die Pflege meiner Internetseite und Webshops, eine gute, zeitnahe Buchhaltung und andere administrative Aufgaben, den Ausbau meiner Auslandsgeschäfte, meine neue Lust am Bloggen und Schreiben und nicht zuletzt für so schöne Herzensdinge wie die Mariengold Künstlerpostkarten und die Märchenaufnahme genutzt habe. Meine lange Krankheit und das ständige Ausbalancieren von Arbeitszeit und Zeit für mich selbst haben mich gelehrt loszulassen von Erwartungen und Vorstellungen, die ich immer so hatte und habe, auch die Kontrolle ein Stück weit aufzugeben und mit dem zu gehen, was gerade ist. Und so wundert es mich überhaupt nicht, dass ich erst in diesem Jahr gelernt habe, freihändig Fahrrad zu fahren!

Für das nächste Jahr habe ich mir für Mariengold noch gar nicht so viel vorgenommen. 2011 war so bewegt, so temporeich, dass ich mir gut vorstellen kann, das Erreichte weiter auszubauen, meinen Arbeitsalltag und mein Einkommen zu stabilisieren und den Fokus auf einen guten Arbeit-Freizeit-Ausgleich nicht zu verlieren. Mit Vasalisa hatte ich viel Spaß, daran möchte ich anknüpfen und denke über einen Mariengold Podcast nach. Ich möchte weiter Anleitungen und E-Books schreiben, mich dabei aber im nächsten Jahr auf das Puppenmachen selbst konzentrieren. Ich überlege, ob ich weiterhin Puppenbastelmaterial verkaufen möchte. Im Dezember habe ich dieses Angebot ja pausiert und einen deutlichen Zeitgewinn gespürt. Was meine Postkarten angeht, so bin ich gerade mit zwei wunderbaren Künstlerinnen im Austausch und freue mich sehr auf die Zusammenarbeit. Das gleiche gilt für die Neugestaltung meiner Internetseite. Zwar weiß ich noch nicht, mit wem ich da zusammenarbeiten werde, aber in meinen Händen kribbelt es schon und ich bin ganz gespannt, auf das neuen Mariengold Antlitz im Internet. Aber das wichtigste sind die Puppen! Ich freue mich auf all die Puppen, die ich im nächsten Jahr nähen werde und bin ganz neugierig, wohin mein Weg mich führen wird. Es wird bestimmt neue Schnitte und Techniken geben, einen noch klareren, noch feineren Ausdruck und nicht zuletzt werde ich an meinem Stopfen arbeiten, denn bei meinem letzten Treffen mit einer befreundeten Puppenmacherin habe ich festgestellt, dass es immer noch fester geht.

Um noch einmal auf das freihändige Fahrradfahren zurückzukommen, im nächsten Jahr werde ich einen Schritt weiter gehen und endlich meinen Führerschein machen. Außerdem möchte ich Swing tanzen lernen, mir auch im rechten Ohr ein Loch stechen lassen und noch einmal Schweden besuchen, um auf Astrid Lindgrens Spuren zu wandeln und meine Freundin Juliane in ihrer anderen Heimat zu besuchen. Ich freue mich auf das neue Jahr!

Ihr Lieben, ich wünsche euch einen kraftvollen, fröhlichen und magischen Jahreswechsel mit viel Vorfreude und Bauchkribbeln auf 2012!


23. Dezember 2011

Vasalisa

Some years ago I discovered the old Russian fairy-tale Vasalisa’s Doll, which is very dear to me, because in its essence I also discover the deepest concern of my dollmaking. It is about female intuition, pictured as a little doll in Vasalisa’s apron pocket, and how strong women become when they follow the voice of their heart. What I appreciate most about the fairy-tale, is the doll as a symbol for the voice of the soul, that is our truest companion, if we only follow it. This power hides in all the dolls, that mothers give their children as companions on their path of life. We can support the connection between our children and the voice of their heart, as we give them dolls, in which they can find their own selves. When children ensoul their dolls, they always strengthen the connection to their own soul as well. With the friendly help of two friends I recorded the fairy-tale of Vasalisa and her little doll as a Christmas gift for my blog readers and companions. It is in my mother tongue, but I hope to encourage you, who maybe don’t understand German, to take the time and dive into the world of fairy-tales and nourish your souls. Have a wonderful sparkling Christmas time with light and love in year hearts.

Als ich vor einigen Jahren das Märchen “Die Puppe in der Schürzentasche” fand, spürte ich sofort eine tiefe und innige Verbundenheit. Es war wie ein kleines Ankommen, denn in seiner Essenz finde ich auch mein Anliegen mit der Puppenmacherei wieder. Ich lese es immer wieder gern und finde von Mal zu Mal neue Aspekte in der Geschichte, die nicht nur meine Arbeit, sondern auch meine persönliche Entwicklung inspirieren. Es ist schon lange mein Wunsch, dieses Märchen mit meinen Wegbegleiterinnen zu teilen, ob sie selbst Puppen nähen, um die Bedeutung der Puppen für ihre Kinder wissen, Puppen einfach gern haben und vielleicht mit einer besonderen Puppe in Kontakt sind oder Freude an Märchen als Nahrung für die Seele haben. Es ist mein Weihnachtsgeschenk an euch.

“Die Puppe in der Schürzentasche” oder “Vasalisa, die Weise” ist ein altes russisches Märchen über die weibliche Intuition, jene innere Stimme, die uns sagt, was wahr und was Täuschung ist. Es handelt von der Einweihung Vasalisas in das untergründige Reich ihrer eigenen Intuition. Diese erscheint in der Geschichte als segensreiches Vermächtnis, das in Form eines kleinen Püppchens von der Mutter auf die Tochter übertragen wird. Um eine Beziehung zu ihrer Intuition zu entwickeln, muss Vasalisa Prüfungen bestehen und Aufgaben lösen, bei denen das Püppchen ihr allzu gern hilft. Als Zeremonienmeisterin tritt dabei die alte Hexe Baba Yaga auf, eine Variante der urzeitlichen Göttinnen und der Wilden Frau, die über mythische Kräfte verfügt und in Menschengestalt erscheinen kann, um geeigneten Personen etwas von ihrem Wissen zu vermitteln und sie mit ihrer eigenen innewohnenden Kraft zu verbinden.

Was mich an dem Märchen so berührt, ist die Puppe als Bild für die Stimme der Seele. Auf der archetypischen Ebene sind Puppen Verkörperungen und symbolische Darstellungen von verborgenen oder unterentwickelten Aspekten beim Menschen. In Vasalisas Schürzentasche ist ihr eigener Instinkt, ihre Intuition verpuppt, die sich in dem Maße entwickelt, wie das Mädchen bereit ist, seine innere Stimme wahrzunehmen und ihr zu folgen. Verbunden mit ihrer Intuition kann Vasalisa dem Schrecken der Baba Yaga trotzen und gestärkt aus allen Prüfungen herausgehen. Das Püppchen ist das Vermächtnis von Vasalisas Mutter. Sie macht damit ihrer Tochter das wertvollste Geschenk, dass Mütter ihren Kindern machen können, nämlich ihnen das Gefühl zu vermitteln, dass sie sich auf die Stimme ihrer Seele verlassen können. Die Puppe als Bild für die Intuition deutet an, dass sie ein lebendiges Geschöpf ist, das in uns selbst zu Hause ist, und uns verlässlich unterstützt, wenn wir es nur lassen. Diese Kraft steckt in allen Puppen, die Mütter ihren Kindern mit auf den Lebensweg geben. In ihnen sind treugesinnte Begleiter verpuppt, die ihre Kraft voll entfalten, je mehr die Kinder lernen, der Stimme ihres Herzens zu folgen. Wir können diese Verbindung unterstützen, wenn wir ihnen Puppen mit auf den Weg geben, in denen sie sich selbst finden können. Indem die Kinder ihre Puppen beseelen, stärken sie immer auch die Verbindung zur ihrer eigenen Seele.

Mein Dank geht an Distel, bei der zu Hause ich die Aufnahme machen durfte, und an Joy, die diese Zusammenarbeit vermittelt und die musikalische Untermalung des Märchens übernommen hat. Ohne die beiden hätte ich dieses Mariengold Herzensprojekt nicht verwirklichen können. Auch danke ich der Künstlerin Rima Staines für die Inspiration durch ihren Artikel “The Old Woman in the Woods” und ihre Baba Yaga Illustrationen. Die verwendeten Musikstücke sind “3, 2, 1 etc.” von lifeloop am Anfang und am Ende, “Yet alone” von Walter Mazzaccaro in der ersten Pause und “Tuesday” von lifeloop in der zweiten Pause.

Ihr dürft nun lauschen und genießen. Aber vorher wünsche ich euch eine schöne Weihnachtszeit mit viel Licht und Liebe in euren Herzen, eine stille und besinnliche Zeit, in der ihr in Kontakt kommt mit der Puppe in eurer Schürzentasche, auf das ihr euch in tiefer Verbundenheit mit ihr auf den Weg in das neue Jahr machen könnt!

 


22. Dezember 2011

Weihnachtsdezember ~ Christmas December

For me this month is divided into two, Christmas-December and Between-the-Years-December. We are now in the middle of  Christmas-December, just the right time for some glimpses of the Advent season in my home and studio. The last weeks were very, very busy, but in spite of all the custom orders, doll classes, friday ready to go dolls, a new elaborate tutorial and much communicating with customers and colleagues, it was a good month, a month with all the ups and downs that seem to belong to this very special period of time. Christmas happens in our hearts and only there. It has nothing to do with all the crazy things we use to arrange with such an immense energy input just to come closer to what we think is Christmas. It is a great blessing to feel the light of Christmas in our hearts. And it is not a matter of course to feel this mercy every year at this time. But we can enjoy and experience and live each moment and celebrate the imperfect. Feel the sparkle of Christmas December.

Geht es euch auch so, dass ihr den Dezember in zwei Teilen wahrnehmt, die sich jeweils ganz anders anfühlen? Für mich sind wir jetzt mittendrin im Weihnachtsdezember, der ganz im Zeichen des erwarteten Festes steht. Es wird gewichtelt und gewerkelt, gebastelt und gebacken, geplant und vorbereitet, gesungen und gelichtelt, genossen oder auch gehetzt. Nach den Feiertagen kommt der Zwischen-den-Jahren-Dezember. Das ist so eine besondere, magische Zeit, in der mir Weihnachten oft schon ganz weit weg erscheint, obwohl es gerade erst ein paar Tage her ist.  Aber ich greife vor. Noch warten wir auf Weihnachten. Eine gute Zeit, euch mit Bildern etwas von der Vorweihnachtszeit in meinem Zuhause und in meiner Werkstatt zu erzählen.

Ich genieße diesen Dezember. Verglichen mit den Dezembern in den letzten drei Mariengold Jahren, fühle ich mich wohl und ausgeglichen. Ich habe natürlich sehr viel gearbeitet, mehr als in den anderen Monaten, und das auch unter einem gewissen Druck, weil meine Kunden verständlicherweise ihre Puppen lieber heute als morgen in den Händen halten wollten. Zudem habe ich zum ersten Mal im Dezember auch einen Puppennähkurs gegeben, so dass zwei halbe Adventswochenenden meiner Arbeit gehört haben. Aber ich habe auch Grenzen gezogen. So pausieren seit Monatsbeginn die Angebote für Puppenbastelmaterial in meinen Shops. Ich habe Antworten auf E-Mails bezüglich Mariengold klar und knapp formuliert, so dass ich einen relativ übersichtlichen Nachrichtenverkehr hatte. Und an den Wochenenden blieb mein Computer ausgeschaltet.

So hatte ich während der letzten Wochen trotz der vielen Arbeit und Kurse und dem zusätzlichen Aufwand mit den frei verkäuflichen Freitagspuppen, die ich alle außerplanmäßig genäht habe, das Gefühl, dass ich genau richtig viel arbeite. Eine Leserin schrieb mir vor ein paar Tagen, dass sie ganz traurig war, als ich im November ankündigte, dass es hier auf meiner Internetseite bis Jahresende ruhiger werden würde. Aber es kam ja ganz anders, denn ich hatte besonders in den letzten Wochen so viel Spaß am Schreiben und so viel Freude mit meinem Blog!

Es war und ist ein guter Monat, ein runder Monat, mit allen Aufs und Abs, die wohl zur Vorweihnachtszeit gehören. Ich habe natürlich noch nicht alle Geschenke eingepackt und Karten verschickt, geschweige denn geschrieben. Ich hätte gern ein paar gemütliche Abende mehr auf dem Sofa verbracht und bei Kerzenlicht geträumt. Ich frage mich, ob ich mir genug Zeit für Freunde und Familie genommen habe. Ich kann meine Weihnachtslieder nur mäßig gut auf der Gitarre spielen, weil ich viel zu wenig geübt habe. Ich habe einer Freundin sehr wehgetan. Ich wünschte, ich hätte mehr Farbe im Gesicht. Ich bin mir nicht sicher, ob ich genug für meine Tochter da war. Meine Wohnung ist nicht besonders weihnachtsfein. Handgemachte Geschenke habe ich hauptsächlich gekauft, statt sie selbst zu machen. Ich wäre gern einmal zur blauen Stunde spazieren gegangen. Ich warte auf den ersten Schnee. Und nach Bratäpfeln sehne ich mich noch immer. So ist das Leben.

Weihnachten findet, wenn überhaupt, nur in uns drinnen statt, ganz unabhängig von dem ganzen Drumherum, das wir im Dezember mit einem unheimlichen Energieaufwand veranstalten, um Weihnachten auf die Spur zu kommen. Es ist ein großer Segen, das Weihnachtslicht im Herzen zu spüren. Und es ist keine Selbstverständlichkeit, diese Gnade in jedem Jahr um diese Zeit tief in uns drinnen zu erfahren. Aber wir können jeden Moment genießen und bewusst wahrnehmen und leben und das Unperfekte feiern.

Lasst euch umglitzern vom Weihnachtsdezember.


20. Dezember 2011

Freitagspuppe Jana ~ Friday Doll Jana

Jana and her litte companion are my last ready to go dolls for this year. They will be available as a set in my Mariengold Etsy shop today at 6 pm central european time. It was a great pleasure to create my Friday dolls beside the custom orders in the last six weeks due to the coming holiday season, Jana is a Tuesday doll). I am not sure if and when I will find the time for ready to go dolls in January. I will try my best, but now it is time to pause and to exhale. Have loverly winter day.

Ich erinnere mich noch gut an meine erste dunkelhäutige Puppe vor bald vier Jahren. Sie hieß Jana. Damals habe ich noch nicht mit dem tollen Trikotstoff von Laib Yala gearbeitet, den ich heute ausschließlich verwende. Janas Hautfarbe erinnerte an Bitterschokolade, was mir zu dunkel und irgendwie fade und fast leblos erschien. Viel schöner, weil lebendiger und freundlicher, finde ich dagegen das Braun, das Laib Yala unter der Bezeichnung Cognac anbietet. Als ich gestern überlegte, welche Hautfarbe ich für meine letzte frei verkäufliche Puppe in diesem Jahr nehmen möchte, entschied ich mich nach einem Blick auf meine Aufträge für die ersten Wochen in 2012 noch einmal für das schöne Braun. In nächster Zeit ist keine dunkelhäutige Auftragspuppe in Sicht, und ich kann auch noch nicht sagen, ob und wann ich im Januar dazu kommen werde, eine frei verkäufliche Puppe zu nähen und damit auch selbst entscheiden zu können, welche Hautfarbe ich verwende. Also zu guter Letzt und zum Abschluß dieses tollen Mariengold Jahres noch einmal ein Schokoladenbaby, das ich von Anfang an Jana nennen wollte, mit einem kleinen Begleiterpüppchen.

Jana und ihre kleine Freundin sind heute Abend um 18 Uhr in meinem Mariengold Laden bei Etsy erhältlich.

Ich habe es sehr genossen, in den letzten sechs Wochen auch jeweils eine frei verkäufliche Puppe zu nähen. Neben der Auftragsarbeit, die ja immer parallel lief, hat es mir großen Spaß gemacht, so frei zu arbeiten und mit Stoffen, Garnen, Farben und Mustern zu malen, wie ich mir den Puppenerschaffungsprozess auch gern bildlich vorstelle. Auf meine Freitagspuppen, wegen der kommenden Feiertage ist Jana eine Dienstagspuppe geworden, habe ich mich immer schon am Wochenanfang gefreut. Und gefreut hat mich natürlich auch zu sehen, wie sehr gewünscht und gewollt diese Puppen sind. Es hat nie länger als eine Minute gedauert von der Aktivierung des Angebots in meinem Shop bis zum Verkauf. Die Wartezeit für Mariengold Puppen hat sich in den letzten Wochen und Monaten sehr verlängert, so dass es mich ganz besonders gefreut hat, auch auf diesem Wege ein paar Puppen mit ihren Familien verbinden zu können. All das motiviert mich sehr weiterzumachen mit meinen Freitagspuppen. Für den Januar möchte ich mir aber nicht zu viel vornehmen, denn den Mehraufwand der Freitagspuppen, so viel Spaß sie mir auch gemacht haben, zusätzlich zu den regulären Aufträgen spüre ich schon. Es ist Zeit für eine Pause, für ein langes Ausatmen. Und dann sehe ich weiter.


19. Dezember 2011

Produktbesprechung: Puppenhaargarn DollyMo Brushed Mohair

Kamrin, the owner of Kamrin’s Poppenatelier, a dollmaking studio and shop for dollmaking supply in the Netherlands and in the internet, sent me some skeins of DollyMo Brushed Mohair, a new doll mohair, that I glady wanted to try out and write about it here. As I told you last friday, there is something special about baby Minka. It is her hair, especially her hair colour, a nice soft copper. I created her wig of DollyMo Brushed Mohair and I am so happy with the result! The yarn is so soft and comes in wonderful shades that surely can be mixed to create an even more natural look. It can be used for fluffy hair styles as well as for hair styles with strands. Please scroll down to the end of the article to read what Kamrin tells about the new yarn. I agree to everything she says in her quote and highly recommend you to discover DollyMo yourself. I also host a little DollyMo drawing but seeing Santa just around the corner and to make sure that the yarn will arrive in time for holiday crafting, this time it is for participants with a German address only. I hope for your understanding. Happy crafting and elving.

Manchmal gibt es Zufälle, über die ich wirklich schmunzeln muss. Vor einiger Zeit dachte ich darüber nach, wie es wohl wäre, Puppenmohair mal in anderen Farben als den gängigen von Wollknoll zu haben. Just zwei Tage später erreichte mich eine Nachricht von Kamrin, die in den Niederlanden und im Internet einen Werkstattladen für Puppen und Teddies hat, Kamrins Poppenatelier. Sie erzählte mir von einem neuen Puppenmohair, DollyMo Brushed Mohair, das sie seit kurzem in ihrem Laden anbietet. Wir sind ein bischen ins Gespräch gekommen und haben uns bald darauf geeinigt, dass sie mir nicht nur eine Farbkarte, sondern auch ein paar Knäuel Puppenmohair zuschickt, denn ich hatte Lust, das Mohair auszuprobieren und hier darüber zu schreiben.

Vor einer Woche habe ich Kamrins Päckchen erhalten und mich gleich ganz neugierig an die Arbeit gemacht und das Mohair zu einer Perücke verarbeitet. An dieser Stelle sei auch das Rätsel um Minka vom letzten Freitag gelüftet, sie trägt nämlich diese Perücke und das Neue an ihr ist eben ihre Haarfarbe, ein wunderschönes warmes Kupfer, eine Haarfarbe, die vorher noch keine Mariengold Puppe hatte.

DollyMo Brushed Mohair ist ein Garn aus Kid Mohair mit der Zusammensetzung 84 % Mohair, 8 % Wolle und 8 % Nylon. Es kommt in zwei Qualitäten, als gelocktes und als glattes Garn, zur Zeit in sieben Farben. Ab Februar wird es noch zwei weitere dunkle Farbtöne geben. Die Farben sind sehr natürlich und kommen in einer Ton-in-Ton-Palette mit schönen Schattierungen, die bestimmt auch gut untereinander gemischt werden können, um ganz farblebendige Haarschöpfe zu kreieren. Im Vergleich zu dem Puppenmohair von Wollknoll, mit dem ich bisher ausschließlich arbeite, ist DollyMo Brushed Mohair etwas dünner und hat vielleicht auch etwas weniger von den feinen Mohairflusen. Dennoch habe ich daraus wie gewohnt eine schöne flauschige Perücke häkeln können. Das Garn kann natürlich auch für Haarschöpfe mit Strähnen zum Frisieren verwendet werden, ob mit gestickter oder gehäkelter Grundlage. Für diesen Zweck ist es bestimmt sogar von Vorteil, dass es nicht ganz so dick ist. Das Garn ist schön fein und leicht und Minkas Flauschhaar fühlt sich so weich und zart an wie der Bauch eines Kaninchens oder das Fell einer jungen Katze oder das Haar meiner Tochter, als sie ganz neugeboren war …

Mir gefällt DollyMo Brushed Mohair sehr gut und ich werde es als Ergänzung zu dem Puppenmohair von Wollknoll in meinen Materialvorrat aufnehmen. Ich freue mich, wenn ich euch Lust machen konnte, DollyMo selbst auszuprobieren und Kamrins Poppenatelier zu besuchen. Sie bietet auch ein Testpaket mit den sieben bisher erhältlichen Farben zu einem guten Preis an.

Kamrin hat mir noch drei Knäuel DollyMo Brushed Mohair für eine Verlosung zur Verfügung gestellt. Wenn ihr das Garn testen möchtet, schickt mir bis Mitternacht ein E-Mail mit eurer Adresse an kontakt@mariengold. Ich werde die Gewinnerinnen morgen Vormittag auslosen und benachrichtigen und das Garn, die Farben vergebe ich im Zufallsprinzip, auch gleich verschicken, damit es noch vor Weihnachten bei euch ist.

Zum Abschluß noch ein paar Worte von Kamrin selbst über das neue Puppenmohair:

DollyMo yarn is spun using young kid mohair which makes it incredibly soft and easy to handle and comes in 7 natural hair shades. It was spun and dyed in the UK as a joint venture by two doll makers, Kamrin’s Poppenatelier from The Netherlands and Little Oke Dolls from the UK. We both decided to create this yarn as finding good quality mohair in natural colours was proving very difficult and it was important to us that we could provide our customers with a high quality yarn that would be perfect for doll hair. We hope all doll makers will enjoy this yarn as much as we do.

In diesem Sinne, frohes Schaffen, Werkeln und Wichteln.