30. November 2011

Goodbye November

Goodbye November, ich lasse dich nicht gern gehen. Denn so verregnet und schmuddelig, grau und dunkel, trostlos und trist du dich auch gern gibst, ich weiß, du hast ein großes Herz mit einem warmen Licht darin, das du gern mit denen teilst, die deine Schönheit sehen wollen.

Jetzt kommt der Dezember. Der bringt auch Licht. Und Lebkuchen und Tannenduft. Und vielleicht den ersten Schnee. Lauras Stern aus Seidenpapier am Fenster meiner Werkstatt. Jocelyns B. Smiths Weihnachtsjazz. Der Ausatem darf mit jedem Tag länger werden. Der Geist ruhiger. Und das Herz friedlicher.

Habt einen schönen Dezember!


25. November 2011

Freitagspuppe Tinkerbell ~ Friday Doll Tinkerbell

Here is this month’s last ready to go doll for you. Tinkerbell will be availabe in the Mariengold Etsy shop at 8 pm cet.

Bevor der November zu Ende geht, möchte ich euch noch eine Puppe anbieten. Tinkerbell wird heute um 20 Uhr im Mariengold Etsy Shop erhältlich sein.

In den nächsten beiden Wochen werde ich wohl keine Zeit für Puppen für den freien Verkauf finden, denn an den ersten zwei Dezembersamstagen findet mein letzter Puppennähkurs für dieses Jahr statt. Obwohl meine Vorbereitung ganz gut ist, bin ich dann doch immer länger als geplant mit allem möglichen rund um den Kurs beschäftigt, damit sich die Frauen so richtig wohl bei mir fühlen.


22. November 2011

Normal Happy Friday

Der November, vor allem gegen Ende des Monats, ist wohl die geschäftigste Zeit des Jahres. Als ich heute auf meiner Kamera ein Foto fand, das mein Mann letzten Freitag von mir und meiner Tochter in meiner Werkstatt machte, hatte ich die Idee, euch einmal von einem ganz normalen Mariengold Wochentag zu erzählen:

Ich stehe jeden Tag um 6 Uhr auf und bereite ein warmes Frühstück, zur Zeit Porridge mit Äpfeln und Mandeln, und das Pausenbrot für meine Tochter vor. Eine halbe Stunde später bekomme ich eine fröhlich-verschlafene Umarmung von ihr und wir frühstücken gemeinsam. Gegen 7 Uhr machen wir uns mit den Fahrrädern auf den Weg zur Schule. Wir fahren langsam und genießen den Morgen, die aufgehende Sonne, die klare Luft, das Muhen der Kühe, die uns täglich begrüßen, die leeren Straßen, den noch ruhigen Geist. Viertel von Acht bin ich wieder zu Hause und mache mein Yogaprogramm für den Rücken. Danach lese und beantworte ich die wichtigsten E-Mails. Spätestens um 9 Uhr beginne ich mit der Puppenmacherei und arbeite gut drei Stunden. Am Mittag nutze ich das beste Licht des Tages und mache Fotos von meiner Arbeit, tausche mich mit Kunden aus, verkaufe Puppen, packe Pakete, bestelle Material, bereite Kurse vor, schreibe an meinen Anleitungen, mache neue Entwürfe, bereite Blog-Einträge vor, ach, es gibt immer so viel rund um die Puppenmacherei zu tun. Nebenbei koche ich eine Kleinigkeit oder snacke in der Küche im Stehen direkt aus dem Kühlschrank. Es folgt eine zweite konzentrierte Arbeitszeit von 13 Uhr bis 15.30 Uhr, bis ich meine Tochter von der Schule abhole. Die Nachmittag und Abende versuche ich so gut es geht ohne Arbeit zu verbringen. Das klappt mal besser und mal nicht so gut. Zur Zeit arbeite ich fast in jeder freien Minute, außer am Wochenende. Ich gehe eigentlich immer gegen 22 Uhr ins Bett. Meine letzte Nachtschicht, habe ich, glaube ich, während des Diplom-Projekts im Studium gemacht. Und das soll auch so bleiben.

Soweit zur Theorie. Nicht jeder Tag lässt sich planen. Und trotzdem läuft es irgendwie nach Plan und am Ende einer Woche habe ich alle Puppen genäht, die ich nähen wollte, und geschafft, was ich schaffen wollte. Der letzte Freitag war so ein Tag. Mittags bin ich mit den üblichen drei Paketen zur Post gefahren. Danach hatte ich Gitarrenunterricht, auf den ich mich zum ersten Mal überhaupt nicht vorbereitet hatte. Zwei Weihnachtslieder haben wir einstudiert und ich staune, wie schnell ich auch ohne regelmäßiges Üben lerne. Wieder zu Hause überraschte mich mein Mann, der an diesem Tag von zu Hause aus arbeitete, mit einem leckeren Mittagessen. Danach machte ich tatsächlich einen Mittagschlaf, über den er mit Argusaugen wachte. Wieder aufgestanden, listete ich Melody in meinen Webshops und hier auf meinem Blog zum Verkauf und stieg dann auf die Leiter, um in meiner Werkstatt neue Vorhänge anzubringen. Als ich damit fertig war, war Melody verkauft und ich verpackte sie sogleich mit all den anderen Dingen, die ich in den letzten Tagen verkauft hatte. Daraufhin fuhr ich noch einmal zur Post und im Anschluß besuchte ich das Geigen-Vorspiel meiner Tochter und der anderen Schüler ihrer Lehrerin. Am späten Nachmittag zurück zu Hause entstand dann das Foto, das mich beim Zuschnitt für eine Puppe zeigt, während meine Tochter den Brief, den sie tags zuvor vom Weihnachtsmann bekommen hat, für mich kopiert und das ganze mit einem ebenso gut kopierten Mariengold Adressaufkleber versieht. Kurz darauf gab es Abendbrot, an dem ich nicht teilnahm, weil ich von dem Zitronenkuchen, den es nach dem Vorspiel gab, noch satt war. Den Abend habe ich mit Strick- und Häkelzeug und dem wunderbaren Film “The Tree of Life” verbracht.

So war das letzten Freitag. Mal sehen, was mir das Leben in dieser Woche beschert. Ich habe mir vorgenommen, Eierkuchen mit Apfelmus für meine Tochter zu machen, die Weihnachtselfen zum Schmücken unserer Wohnung einzuladen, Karten für “Weihnachten mit Astrid Lindgren” und “Peter und der Wolf” zu reservieren, meine eigene Gitarre zu kaufen, in der Bibliothek das wunderbare Buch mit den Weihnachtsgeschichten wiederzufinden, das ich im letzten Jahr ausgeliehen hatte, meinen neuen Wintermantel mit dem tollen großen Kragen zum ersten Mal anzuziehen und mich auf den ersten Schnee zu freuen. Vielleicht kommt es so, vielleicht kommt es ganz anders. Normal happy life.


16. November 2011

Kommt ein Vogel geflogen

Bei aller Freude am Entwerfen und Nähen von all den vielen Puppen hier allein in meiner Werkstatt, schätze ich auch sehr den Austausch mit anderen kreativen Frauen. Seit Beginn meiner Arbeit als Puppenmacherin habe ich mir ein Netzwerk aufgebaut, das sehr dazu beigetragen hat, das Mariengold so schön wächst und gedeiht und blüht. Ganz besonders glücklich war ich in diesem Jahr über meine Entdeckung der Illustratorin Ewa Ludwiczak, die ich über ein Gesuch hier auf meiner Internetseite kennengelernt habe. Ewa hat mir zwei wunderbare Postkarten gestaltet, auf denen sie die Essenz von Mariengold mit beseelten Pinselstrichen eingefangen hat.

Als vor ein paar Wochen zum ersten Mal in den vier Jahren, in denen ich Puppen in die Welt verschicke, ein Paket zurückgekommen ist (was übrigens ist nicht an der Post, sondern an mir lag, weil ich eine falsche Adresse aufgeschrieben hatte), habe ich festgestellt, dass mein Absenderstempel schon recht verblast war und ich froh sein konnte, dass das Paket seinen Weg zurück zu mir gefunden hat. Ich musste mir also etwas neues einfallen lassen. Aus Gründen der Zeitersparnis mag ich meine Adresse nicht von Hand schreiben. Also entschied ich mich kurzerhand für Aufkleber und bekam gleich richtig Lust, etwas Schönes zu entwerfen. Zunächst versuchte ich mich selbst an der Gestaltung, aber ich stellte doch recht schnell fest, dass mir das so gar nicht liegt und überhaupt hatte ich Lust darauf, mal wieder etwas mit Ewa zusammen zu machen. Gesagt, getan. Ich beschrieb Ewa mit ein paar Worten, was ich mir vorstelle und keine 40 Stunden später hatte sie mir einen traumhaft schönen Mariengold Adressaufkleber gezaubert. Ab damit in den Druck. Voller Vorfreude und Neugier wartete ich auf seine Lieferung.

Ich bin ganz verliebt in die beiden Rotkehlchen und habe in den letzten Tagen mit noch mehr Freude meine Päckchen und Briefe versandfertig gemacht (und es sind gerade sehr, sehr viele). Natürlich weiß ich, dass es auch andere Wege gegeben hätte, einfachere, schnellere, günstigere. Aber dieser zartliebe Adressaufkleber ist etwas für mein Herz, ein kleines Geschenk, das ich mir selbst gemacht habe und an dem ich sehr viel Freude habe. Diese kleinen Dinge, die ich mir ab und zu gönne, und die meist in Zusammenarbeit mit anderen Frauen entstehen, sind der Zauberstaub in meinem Alltag. Gerade jetzt im November, in dem ich wahnsinnig viel arbeite und so vielen Familien helfe, die Weihnachtswünsche ihrer Kinder zu erfüllen, lasse ich mich gern ein bischen umglitzern und verwöhne mich selbst mit so kleinen Aufmerksamkeiten und Lieblichkeiten. Und vielleicht mache ich damit ja auch anderen eine Freude. Gestern habe ich mich zum Beispiel dabei erwischt, wie ich den Aufkleber auf einen Behördenbrief geklebt habe …


Freitagspuppe Pina

In der letzten Woche hatte ich bereits am Donnerstag alle Aufträge für die Woche erledigt. Da entschloss ich mich spontan, ein Puppenbaby für den freien Verkauf zu nähen und es in meinen Mariengold Läden bei DaWanda und Etsy all den Familien anzubieten, deren Anfragen für Weihnachtspuppen ich leider ablehnen musste, weil ich schon Ende August keine Aufträge mehr für dieses Jahr annehmen konnte. Gesagt, getan. Weil ich in diesem Jahr erst eine Puppe mit schokobrauner Haut genäht habe, entschied mich für dunklen Trikotstoff und kombinierte dazu schöne Kleidung in Rosa, Rot und Senfgelb.

Schon bald strahlte mich Pina an und erinnerte mich daran, wie gut es sich anfühlt, auch mal eine Puppe ohne Auftrag  zu nähen. Pina ist in diesem Jahr erst meine zweite Puppe für den freien Verkauf. Noch bevor ich euch Pina hier auf meinem Blog anbieten konnte, war sie schon verkauft. Es hat keine zehn Minuten gedauert, bis eine Kundin in den USA sie für sich entdeckt hat. Nun ist Pina schon auf der Reise zu ihrem Weihnachtskind.

In dieser Woche werde ich wieder ein schokoladenbraunes Puppenbaby für den freien Verkauf in meinen Shops nähen. Es wird voraussichtlich am Freitag am frühen Nachmittag dort erhältlich sein. Ich freue mich, wenn ihr mich dort besuchen kommt und es findet.