19. Juli 2011

Zur Sonne

In ein paar Tagen beginnt mein Sommerurlaub. Für mich teilt die bevorstehende Auszeit das Jahr in zwei, wenn auch nicht gleich lange Hälften. Es wird das erste Mal seit Weihnachten und dem Jahreswechsel sein, dass ich mehr als vier Tage am Stück nicht an meinen Puppen arbeite. Bevor Mitte August nach meinem Urlaub die zweite Hälfte des Jahres beginnt, die ich die Vorweihnacht nenne, weil ich dann voraussichtlich überwiegend Puppen für das Fest nähen werde, ist jetzt eine gute Zeit, Bilanz für das erste Halbjahr zu ziehen. Ehrlich gesagt bin ich zu erschöpft für einen ausgiebigen Rückblick und nach den rasanten, arbeitsreichen und ausgefüllten ersten sieben Monaten dieses Jahres habe ich mehr Fragen als Antworten in Hinblick auf Mariengold.

Was bedeutet Wachstum für mich und Mariengold?

Wie kann ich Preise und Wertschätzung meiner Arbeit besser ins Gleichgewicht bringen?

Wo, wie, mit wem und wie viel möchte ich in Zukunft arbeiten?

Werde ich das Konzept für mein Buch bald verwirklichen?

Werde ich mir in den nächsten Monaten regelmäßig Zeit mit meiner Gitarre nehmen?

Was brauche ich, um glücklich mit meiner Arbeit zu sein?

Meine Fragen nehme ich mit hinauf in die Berge in die Hütte, in der meine beiden Lieben und ich abgeschieden und völlig unplugged, denn wir werden dort keinen Strom haben, zwei Wochen leben und einfach unserem natürlichen Rhythmus und unserer Freude folgen werden. Ich erwarte nicht, dass ich mit Antworten in meine Werkstatt zurückkehren werde. Vielleicht werde ich meine Fragen auch einfach dort oben lassen, denn ihre Antworten trage ich gewiss schon in meinem Herzen. Aber es braucht eine Auszeit, einen guten Abstand, um erfrischt, gestärkt und inspiriert Veränderungen zu wagen oder um das, was ist, genau so wie es ist, von Herzen wertzuschätzen und sein zu lassen.

Nachtrag am 21. Juli: Es scheint, als hätte ich meine Fragen durch das bloße Formulieren und Aufschreiben hier an diesem Ort losgelassen. Ich werde sie nicht mit in den Urlaub nehmen, sondern darauf vertrauen, dass ich in die Antworten hineinwachsen werde, wie eine liebe Leserin schrieb. – Habt vielen Dank für die vielen E-Mails, die mich in den letzten Tagen auf diesen Eintrag hin erreichten!


4. Juli 2011

Sommersehnsucht

An Tagen wie heute, an denen ich mich mit sieben Mariengold Paketen und drei großen Briefen an einem Sommertag mit Regenjacke und Gummistiefel durch den Nieselregen auf den Weg zur Post mache,

zaubert mir die Erinnerung an all die schönen Sommertage, die wir in diesem Jahr bereits erlebt haben, ein sehnsüchtiges Lächeln aufs Gesicht.

Ich freue mich so, wenn die Sonne wieder lacht!