30. April 2011

Osterurlaubswonne

Zurück in Berlin, grüße ich euch herzlich. Feiert schön in den Mai und lasst euch von der Sonne kitzeln.


21. April 2011

Grüße aus der Werkstatt

Vor ein paar Tagen, als ich euch Rosa und Mio vorstellte, erwähnte ich, dass ich gern noch ein bischen mehr über meine Puppennähkurse schreiben möchte. Die folgenden Bilder sind zu Beginn meines vorletzten Einzelkurses entstanden. Als das Tischtuch noch fusselfrei, die Snackschälchen noch voll und die Arbeitsutensilien hübsch vorbereitet und geordnet waren.

Mit dem Unterrichten habe ich begonnen, kurz nachdem ich meine ersten Puppen genäht habe. Eine gute Freundin und Mitarbeiterin im Familienzentrum Honigpumpe, in dem meine Kurse meistens stattfinden, hat mir gut zugeredet und den ersten Kurs mehr oder weniger für mich organisiert und mich ins kalte Wasser gestoßen. Mehr als ich selbst hat sie an mich als Puppenmacherin geglaubt. Auch vertraute sie in eine große Nachfrage nach Puppennähkursen in unserem Waldorfkindergarten und seinem Freundeskreis. Tatsächlich waren schon meine ersten Kurse sehr gut besetzt. Nicht selten habe ich mit bis zu zehn Frauen Puppen genäht. Und nicht selten sind die Frauen wiedergekommen und haben auch für ihre zweiten und dritten Kinder Puppen mit mir hergestellt.

In den ersten beiden Jahren habe ich in meinen Kursen mit dem Buch “Die Waldorfpuppe” von Karin Neuschütz gearbeitet. Ich hatte die Erfahrung gemacht, dass die meisten Frauen das Buch kannten oder gar selbst besaßen, sich aber nicht so recht zutrauten, allein damit zu arbeiten. Damit sie auch nach dem Kurs zu Hause weiter Puppen nähen konnten, wollte ich ihnen das Handwerkszeug dafür mit auf den Weg geben. Während sich meine eigene Puppenmacherei stets wandelte, ich an eigenen Schnitten und Techniken tüftelte, von anderen Puppenmacherinnen lernte und allmählich meine ganz eigenen Mariengold Puppen entwickelte, unterschied sich mein Handwerk immer mehr von dem im Buch. Eine Zeit lang ging das gut, dass ich in den Kursen etwas anderes unterrichtete, als ich es selbst in meiner Werkstatt machte.

Nach und nach erschienen aber immer mehr Frauen in den Kursen, vor allem Frauen, die für Einzelkurse von weither angereist kamen, die nicht nur einfach eine Puppe, sondern eine Mariengold Puppe nähen wollten. Auch stellte ich selbst längst einige Techniken und vor allem die Schnitte aus dem Buch in Frage und hatte etwas entwickelt, das ich besser und einfacher unterrichten konnte und das zu schöneren Puppen führte. So entschied ich Mitte letzten Jahres, dass ich nur noch das Mariengold Handwerk unterrichten wollte. Es gab zunächst einen leisen Übergang mit einigen wenigen Veränderungen meines Unterrichts. Seit Beginn dieses Jahres arbeite ich nur noch mit meinen eigenen Schnitten und Techniken. Das Buch bringe ich zwar immer noch mit zu den Kursen, jedoch schaut niemand mehr hinein. Da ich auch eine Vielzahl an Anleitungen für Puppenkleidung anbiete, scheinen die Frauen auch diesbezüglich keine andere Anregung zu suchen. Was ich an dieser Stelle sagen möchte: Ich liebe das Buch und verdanke ihm viel und werde mich nicht von ihm trennen. Schon vor einigen Monaten war mir aber klar, dass der nächste Schritt ein eigenes Buch oder Anleitungsheft ist. Für meine Kursteilnehmerinnen, aber auch für alle anderen Frauen, die Mariengold Puppen nähen möchten. Daran arbeite ich. Es geht sehr langsam voran, aber ich arbeite daran. Ich spiele auch mit dem Gedanken, mich eine Zeit lang nur diesem Projekt zu widmen und keine Puppen zu nähen. Aber so ganz aussteigen aus der Puppenmachei möchte und kann ich dann doch nicht. Zu viele Puppen wollen genäht werden und ich lebe ja auch von diese Arbeit.

Und sonst? Ich möchte hier eigentlich gern noch viel mehr schreiben. Viele Ideen für Blog-Einträge stehen in meinem Notizbuch. Auch mein letzter Eintrag ins Reisetagebuch liegt bald ein Jahr zurück. Aber so recht möchte ich die Zeit momentan nicht finden. Mein Puppenmacherinnenalltag hat sich seit Beginn des Jahres verändert (auch darüber wollte ich schon längst geschrieben haben) und ich plane meine Arbeitszeit sehr genau, um das zu schaffen, was wirklich wichtig ist. Und spätestens seit dem Ende meiner Fastenzeit vor einigen Wochen, in der ich mir auch ein Medienfasten verordnet habe, habe ich meine Internetnutzung noch einmal sehr verändert. Ich verbringe nur noch so viel Zeit wie nötig im Internet und damit geht es mir sehr gut. Nichtsdestotrotz scheibe ich ja gern und ich schreibe auch gern über meine Arbeit. Deshalb warte ich einfach weiter geduldig auf den Musenkuss, der gewiss kommen wird, und hoffe auf euer Verständnis für meine wenigen Worte in letzter Zeit. Ich hoffe, dass ihr euch an den vielen Puppenbildern erfreut, die ich hier regelmäßig zeige.

Genießt die Feiertage und lasst euch von der Ostersonne küssen! Ich werde im Mai wieder hier zurück sein.