Zurück in Berlin, grüße ich euch herzlich. Feiert schön in den Mai und lasst euch von der Sonne kitzeln.
21. April 2011
Grüße aus der Werkstatt
Vor ein paar Tagen, als ich euch Rosa und Mio vorstellte, erwähnte ich, dass ich gern noch ein bischen mehr über meine Puppennähkurse schreiben möchte. Die folgenden Bilder sind zu Beginn meines vorletzten Einzelkurses entstanden. Als das Tischtuch noch fusselfrei, die Snackschälchen noch voll und die Arbeitsutensilien hübsch vorbereitet und geordnet waren.
Mit dem Unterrichten habe ich begonnen, kurz nachdem ich meine ersten Puppen genäht habe. Eine gute Freundin und Mitarbeiterin im Familienzentrum Honigpumpe, in dem meine Kurse meistens stattfinden, hat mir gut zugeredet und den ersten Kurs mehr oder weniger für mich organisiert und mich ins kalte Wasser gestoßen. Mehr als ich selbst hat sie an mich als Puppenmacherin geglaubt. Auch vertraute sie in eine große Nachfrage nach Puppennähkursen in unserem Waldorfkindergarten und seinem Freundeskreis. Tatsächlich waren schon meine ersten Kurse sehr gut besetzt. Nicht selten habe ich mit bis zu zehn Frauen Puppen genäht. Und nicht selten sind die Frauen wiedergekommen und haben auch für ihre zweiten und dritten Kinder Puppen mit mir hergestellt.
In den ersten beiden Jahren habe ich in meinen Kursen mit dem Buch “Die Waldorfpuppe” von Karin Neuschütz gearbeitet. Ich hatte die Erfahrung gemacht, dass die meisten Frauen das Buch kannten oder gar selbst besaßen, sich aber nicht so recht zutrauten, allein damit zu arbeiten. Damit sie auch nach dem Kurs zu Hause weiter Puppen nähen konnten, wollte ich ihnen das Handwerkszeug dafür mit auf den Weg geben. Während sich meine eigene Puppenmacherei stets wandelte, ich an eigenen Schnitten und Techniken tüftelte, von anderen Puppenmacherinnen lernte und allmählich meine ganz eigenen Mariengold Puppen entwickelte, unterschied sich mein Handwerk immer mehr von dem im Buch. Eine Zeit lang ging das gut, dass ich in den Kursen etwas anderes unterrichtete, als ich es selbst in meiner Werkstatt machte.
Nach und nach erschienen aber immer mehr Frauen in den Kursen, vor allem Frauen, die für Einzelkurse von weither angereist kamen, die nicht nur einfach eine Puppe, sondern eine Mariengold Puppe nähen wollten. Auch stellte ich selbst längst einige Techniken und vor allem die Schnitte aus dem Buch in Frage und hatte etwas entwickelt, das ich besser und einfacher unterrichten konnte und das zu schöneren Puppen führte. So entschied ich Mitte letzten Jahres, dass ich nur noch das Mariengold Handwerk unterrichten wollte. Es gab zunächst einen leisen Übergang mit einigen wenigen Veränderungen meines Unterrichts. Seit Beginn dieses Jahres arbeite ich nur noch mit meinen eigenen Schnitten und Techniken. Das Buch bringe ich zwar immer noch mit zu den Kursen, jedoch schaut niemand mehr hinein. Da ich auch eine Vielzahl an Anleitungen für Puppenkleidung anbiete, scheinen die Frauen auch diesbezüglich keine andere Anregung zu suchen. Was ich an dieser Stelle sagen möchte: Ich liebe das Buch und verdanke ihm viel und werde mich nicht von ihm trennen. Schon vor einigen Monaten war mir aber klar, dass der nächste Schritt ein eigenes Buch oder Anleitungsheft ist. Für meine Kursteilnehmerinnen, aber auch für alle anderen Frauen, die Mariengold Puppen nähen möchten. Daran arbeite ich. Es geht sehr langsam voran, aber ich arbeite daran. Ich spiele auch mit dem Gedanken, mich eine Zeit lang nur diesem Projekt zu widmen und keine Puppen zu nähen. Aber so ganz aussteigen aus der Puppenmachei möchte und kann ich dann doch nicht. Zu viele Puppen wollen genäht werden und ich lebe ja auch von diese Arbeit.
Und sonst? Ich möchte hier eigentlich gern noch viel mehr schreiben. Viele Ideen für Blog-Einträge stehen in meinem Notizbuch. Auch mein letzter Eintrag ins Reisetagebuch liegt bald ein Jahr zurück. Aber so recht möchte ich die Zeit momentan nicht finden. Mein Puppenmacherinnenalltag hat sich seit Beginn des Jahres verändert (auch darüber wollte ich schon längst geschrieben haben) und ich plane meine Arbeitszeit sehr genau, um das zu schaffen, was wirklich wichtig ist. Und spätestens seit dem Ende meiner Fastenzeit vor einigen Wochen, in der ich mir auch ein Medienfasten verordnet habe, habe ich meine Internetnutzung noch einmal sehr verändert. Ich verbringe nur noch so viel Zeit wie nötig im Internet und damit geht es mir sehr gut. Nichtsdestotrotz scheibe ich ja gern und ich schreibe auch gern über meine Arbeit. Deshalb warte ich einfach weiter geduldig auf den Musenkuss, der gewiss kommen wird, und hoffe auf euer Verständnis für meine wenigen Worte in letzter Zeit. Ich hoffe, dass ihr euch an den vielen Puppenbildern erfreut, die ich hier regelmäßig zeige.
Genießt die Feiertage und lasst euch von der Ostersonne küssen! Ich werde im Mai wieder hier zurück sein.
14. April 2011
Rosa und Mio
Als ich in den ersten Januartagen meine Puppenbestellungen für das neue Jahr ordnete, glaubte ich nicht, dass ich vor Ostern dazu kommen würde, Puppenkinder ganz nach meinen Ideen und für den freien Verkauf nähen zu können. Meine Puppennähkurse in der letzten Zeit haben es mir aber doch ermöglicht, zwei Puppen “so ganz nebenbei” zu nähen. In den Kursen nähe eigentlich keine vollständigen Puppen, schon gar keine Auftragspuppen. Vielmehr binde ich hier einen Kopf ab und mache da einen Stich und nähe dort einen Arm ein und gebe da drüben einen Rat. Ich rechne gar nicht damit, in dieser Zeit eine ganze Puppe fertig zu nähen. Umso überraschter war ich am Ende der letzten drei Kurse, als ich dann doch selbst auch eine fröhliches, rotwangiges Puppenkind in den Händen hielt, das gemeinsam mit den Puppen der Frauen entstanden ist. Über die Entwicklung und Veränderung meiner Puppennähkurse möchte ich später noch mehr schreiben.
Hier sind also Rosa und Mio, zwei Puppenkinder, die ich euch in meinen Mariengold Läden bei Dawanda und Etsy anbiete. Vielleicht finden Rosa und Mio ja ihre Kinder zu Ostern?
Rosa ist 40 cm groß. Sie trägt langes weites rosa Kleid mit Blümchen in Pink, Gelb, Creme und Hellgrün, darunter (auf den Bildern nicht zu sehen) eine Pumphose aus hellgrünem Baumwollnicki, eine cremefarbene Tunika, eine pflanzengefärbte rosa Strickjacke mit Bindebändern und eine Mütze aus Ringeljersey mit Streifen in Beere und Rosa. Rosa hat braune Augen und langes blondes Haar. Das Puppenmädchen kostet 150 Euro plus Versand
Mio ist auch 40 cm groß. Er trägt eine weite Latzhose aus rotem Baumwollnicki mit gehäkelten Flicken aus dunkelrotem Regenbogengarn auf den Knien, eine naturweiße Tunika, ein pflanzengefärbtes hellgelbes Seidentüchlein und eine goldgelbe Strickmütze, ebenfalls mit Pflanzen gefärbt. Mio hat braune Augen und dunkelbraunes Strubbelhaar. Für 150 Euro plus Versand könnt ihr Mio kaufen.
Ich habe Mio übrigens nach dem Sohn meiner Freundin Julia benannt. Sie hat mich auf die Idee mit den Flicken auf der Puppenhose gebracht. Bei unseren letzten Treffen hat sie stets fleißig an Flicken für die Hosen ihrer krabbelnden kleinen Tochter gehäkelt. Und die sahen mit ihren Regenbogenfarbverläufen so schön aus, dass ich Lust hatte, das auch einmal für meine Puppenkinder auszuprobieren.
8. April 2011
Milan
6. April 2011
Calder
Calders Mama, eine liebe Stammkundin aus Kalifornien, hat sich viele Gedanken um die Puppe für ihren Sohn gemacht, der mit ganz speziellen Bedürfnissen auf die Welt gekommen ist. Sie hat sich gefragt, was Calder zum Spielen und für seine Entwicklung braucht und was eine Puppe für ihn tun kann. Ein “adventure boy” sollte es werden, eine Puppe als Begleiter durch die Abenteuer des Lebens. Calder ist viel draußen, liebt Wandern und Schwimmen. Seine Hände möchten geschickt werden und feine Bewegungen üben.
Calders Puppenjunge ist ein fröhlicher Naturbursche geworden, der mit seinem prall gefüllten Rucksack darauf wartet, mit seinem Kind die Welt kennenzulernen. Die knapp sitzende Schirmmütze, Seidentüchlein und Bindebänder an Strickjacke und Schuhen sowie der Rucksack mit Badehose und Wechselkleidern geben Calders Händen etwas zu tun. Und soviel ich weiß, schnitzt Calders Mama sogar einen kleinen Puppenwanderstab. Das Abenteuer kann beginnen!
Sitzen können sollte die Puppe auch. Und Füße haben, an denen Schuhe gut halten. Erinnert ihr euch, dass ich vor einigen Wochen schrieb, dass ich einen neuen Puppenschnitt entwickeln wolle mit einer Fußform, die Schuhe liebt? Calders Puppe hat den letzten Anstoß gegeben und so ist in der letzten Woche der neue Mariengold Puppenentwurf mit Po und schuhtauglichen Füßen entstanden, den ich von nun an neben der bewährten Mariengold Puppe Mitzi fleißig nähen möchte.
























