19. März 2011

Wolkenlos

Der Himmel über Berlin ist am weitesten über dem Tempelhofer Park, dem ehemaligen Flughafen Tempelhof. Wir waren an den letzten beiden Wochenenden dort und haben die Weite, die meine Kamera nicht einzufangen vermag, so sehr genossen.

Langsam kehrt der Frühling ein in Berlin. Und so hat sich der Park von einer sehr schönen, lebendigen Seite gezeigt: Rollschuhfahren, Drachen steigen lassen, Musik, Picknick, Spaziergänger mit der Nase in der Sonne, Ballspiele, Lachen, weit offene Jacken, zusammen sein mit Freunden und Familie, Vorfreude auf den Sommer …


16. März 2011

Frühlingssterne

Seit meinem letzten Gruß aus der Mariengold Werkstatt, in dem ich über meine Erschöpfung und meine Rückenschmerzen geschrieben habe, sind einige Wochen vergangen. Auf diesen Eintrag hin habe ich viele besorgte, liebevolle, aufmunternde und mitfühlende E-Mails erhalten. Noch heute fragen Leser und Kunden nach, wie es mir geht und schicken mir aufrichtige Genesungswünsche. Ehrlich gesagt, ich habe nicht mit dieser großen Anteilnahme gerechnet und möchte mich nun auch auf diesem Weg für eure lieben Worte bedanken. Es geht mir gut. Die Rückenschmerzen sind viel besser geworden und ich bin gut bei Kräften und guter Laune.

Damals habe ich lange überlegt, ob ich hier überhaupt etwas zu meiner Gesundheit schreiben möchte. Ich weiß, dass hier viele mitlesen, die selbst mit Handarbeit selbständig oder auf dem Weg dahin sind. So dachte ich, dass ein Licht auf diesen Aspekt des beruflichen Lebens mit Handarbeit interessant sein könnte. Zudem erschienen zu dieser Zeit in der kreativen Internetgemeinschaft mehr und mehr Artikel und Einträge über körperliche und seelische Erschöpfung und die Frage nach der Nachhaltigkeit unserer Arbeit. Die Gewissheit, nicht allein zu sein mit meiner Symptomatik und meinen Gedanken, hat es für mich um einiges leichter gemacht, meine Erschöpfung anzunehmen und erst einmal mit ihr zu leben.

Tatsächlich war dies ein ganz entscheidender Impuls, der nach wie vor sehr zu meiner Genesung beiträgt: Die Schmerzen zu akzeptieren und einfach sein zu lassen. Nicht zu hadern, nicht in den Widerstand zu gehen, mich selbst nicht zu verurteilen, nicht zu kämpfen, nicht zu leiden. Sondern mich selbst und alles, was ist, auch schmerzhafte Erfahrungen, Gefühle und Gedanken, ohne Bewertung anzunehmen. Alles weitere geschieht dann von ganz allein.

Was mir noch gut tut auf meinem Heilungsweg: Die Frühlingssonne und das goldene Licht. Spaziergänge. Atmen, atmen, atmen. Die Werkstatt schön herrichten. Süße Früchte wie Maracuja, Papaja und Melone, die die Sonne von ganz weit her zu mir bringen. Jeden Morgen für 20 Minuten aufs Trampolin. Farben. Blumen. Verabredungen an schönen Orten. Die Entdeckung von MBSR (Mindful Based Stress Reduction). Wärme. Massage. Meiner Intuition und nicht jedem gut gemeinten Rat folgen. Die vor einigen Tagen begonnene Fastenkur. Nach wie vor die Strukturierung meiner Wochentage in Arbeits- und Erholungszeiten und die klare Begrenzung der Zeit, die ich für E-Mail und Internet nutze. Nachmittagsschläfchen, so oft es geht. Mich einhüllen in die Liebe meiner Familie und Freunde.

Ich habe in den letzten Wochen die erstaunliche Erfahrung gemacht, das habe ich damals schon geschrieben, dass ich in der schwierigen Zeit der Erschöpfung, die hinter mir liegt, überhaupt nicht daran gedacht habe, eine Pause in der Puppenmacherei zu machen, sondern vielmehr besonders kreative und produktive Phasen erlebt habe. Wenn ich auf die ersten Wochen dieses Jahres zurückblicke, dann sehe ich eine wundervolle Entwicklung meiner Puppen, sie werden immer schöner und runder. Ich freue mich, dass ich so viel Spaß am Schreiben von Anleitungen und am Entwerfen von Puppen und Puppenkleidung habe. Ich freue mich auch, dass sich immer mehr Frauen für Einzelkurse bei mir im Heidehof anmelden. Wenn ich bei der Post anstehe, unter dem einen Arm ein Päckchen nach Kanada, unter dem anderen eines nach Frankreich, macht mich die Vorstellung ganz froh, dass meine Puppen an so  vielen Orten fern und nah ihre Kinder finden. Jeden Tag kritzele ich Ideen in mein Notizbuch und freue mich auf den nächsten Tag. Diese und viele andere Glücksmomente, die ich mit meiner Arbeit auch in Zeiten erlebe, in denen es mir nicht so gut geht, zeigen mir, dass es zwischen Schwarz und Weiß viele, viele Farben gibt und dass es meine Einstellung, meine persönliche Sicht auf das Leben ist, die den Dingen, die passieren, ihren Glanz und ihre Farben (oder auch nicht) gibt. Auch ein Schmerz, auch eine Traurigkeit dürfen sein. So ist das Leben. Sie auszuhalten und so anzunehmen, wie sie sind, macht frei. Und das Leben geht weiter.


12. März 2011

Sonnentage

Nachtrag: Diesen Eintrag habe ich am Samstag in der Früh geschrieben, bevor ich das Radio einschaltete und von den Ereignissen in Japan hörte. Möglicherweise hätte ich ihn unter an anderen Umständen nicht verfasst oder etwas anderes geschrieben.

Mit diesen Bildern vom letzten Sonntag möchte ich euch herzlich zum Wochenende grüßen. Hier in Berlin sind wir seit vielen Tagen mit wunderbarem Sonnenschein gesegnet und der Vorfrühling zeigt sich von seiner schönsten Seite mit Krokussen und Schneeglöckchen, Vogelgezwitscher, frischer, würziger Luft und goldenem Sonnenlicht, welches das Herz leicht und froh macht.

Ich wünsche euch ein wunderbares, sonniges und wonniges Wochenende.